Wie aus vielen kleinen Entscheidungen eine Stromlogik für zehn Jahre Nordland-Megaserie wurde – Teil 2

Basecamp-Logik, PV200, Messreihe, Powerbanks und der Gedanke „Brauche ich das wirklich?“

Mit der Entscheidung für die Bluetti war die Suche eigentlich beendet.

Das dachte ich zumindest.

Heute weiß ich, dass die eigentliche Arbeit damit erst angefangen hat.

Denn eine Powerstation alleine macht noch keine funktionierende Stromversorgung. Sie ist nur ein Baustein. Erst zuhause entstand nach und nach die eigentliche Stromlogik der Nordland-Megaserie.

Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt:

Wie groß muss die Stromversorgung eigentlich sein, damit sie zu meiner Art zu reisen passt?

Ich wollte keine Woche an einem Platz stehen.

Ich wollte auch nicht jeden Tag weiterfahren.

Meine Vorstellung waren zwei oder drei Tage an einem Basecamp. Wandern, die Gegend genießen und dann zum nächsten Ort weiterziehen.

Und plötzlich war sie da.

Die Stromlogik.

Die Bluetti kann die Dometic CFF20 problemlos über zwei Nächte versorgen.

Am ersten Tag komme ich am Basecamp an. Während der Fahrt wurde die Bluetti bereits über den 12-Volt-Anschluss im Auto geladen.

Am zweiten Tag bleibt der Caddy einfach stehen. Die Kühlbox läuft weiter und ich muss mir um die Stromversorgung keine Gedanken machen.

Am dritten Tag fahre ich weiter zum nächsten Basecamp und die Bluetti wird während der Fahrt wieder geladen.

Eigentlich war das schon die ganze Idee.

Einfach.

Und genau deshalb gefällt sie mir bis heute.

Eine kleine Überraschung gab es allerdings doch noch.

Ich bin ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass ich die Bluetti während der Fahrt über den Zigarettenanzünder laden kann. Schließlich funktioniert das bei der Dometic CFF20 ja genauso.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die Ladeleistung.

Dass über den 12-Volt-Anschluss konstant rund 100 Watt möglich sind, hat mich ehrlich überrascht.

Damit war ein wichtiger Baustein meiner gesamten Stromlogik gefunden.

Das Bluetti PV200 kam erst danach dazu.

Nicht, weil das Grundsystem ohne Solar nicht funktionieren würde.

Sondern weil ich mir mehr Freiheit wünsche.

Wenn das Wetter mitspielt und mir ein Basecamp besonders gut gefällt, möchte ich einfach noch einen Tag länger bleiben können.

Genau dafür ist das PV200 gedacht.

Ich wollte mich allerdings nicht auf die Angaben auf dem Karton verlassen.

Ich wollte nicht erst irgendwo auf einem Roadtrip feststellen, was das Solarpanel tatsächlich leistet.

Also stand das PV200 irgendwann fast täglich im Garten.

Mal morgens.

Mal mittags.

Mal bei strahlendem Sonnenschein.

Mal bei dichter Bewölkung.

Und manchmal genau dann, wenn die Sonne für zwei Minuten durch eine Wolkenlücke kam und kurz darauf wieder verschwand.

Ich wollte einfach wissen, was mich unterwegs wirklich erwartet.

Die Messreihe hat genau das bestätigt.

Es gibt Tage, an denen kaum etwas vom Himmel kommt.

Und es gibt Tage, an denen das Panel richtig gute Leistung bringt.

Genau das wollte ich wissen.

Denn Überraschungen möchte ich lieber zuhause erleben als irgendwo auf einem Roadtrip.

Während dieser Tests entstand übrigens noch eine ganz andere Idee.

Die Bluetti war an sonnigen Tagen irgendwann vollständig geladen.

Das PV200 hätte aber noch weiter Strom liefern können.

Und plötzlich kam mir der Gedanke:

Warum eigentlich nicht die Powerbanks laden?

Genau so sind sie überhaupt erst Teil meiner Stromlogik geworden.

Sie waren anfangs gar nicht geplant.

Heute übernehmen sie gleich mehrere Aufgaben.

Beim Wandern kommen sie mit in den Rucksack und versorgen unterwegs iPhone, Garmin oder GPSMAP.

Im Basecamp werden sie tagsüber mit überschüssiger Sonnenenergie geladen.

Und genau diese Energie nehme ich anschließend mit in den Abend und in die Nacht.

Wenn das PV200 längst eingepackt ist, laden die Powerbanks trotzdem noch Handy, Garmin oder andere Kleingeräte.

Je länger ich mich mit der gesamten Planung beschäftigt habe, desto häufiger kam allerdings noch eine andere Frage dazu.

Brauche ich das wirklich?

Oder ist das einfach nur so ein „Ist geil halt.“-Gedanke?

Genau diese Frage hat nicht nur meine Stromversorgung verändert.

Sie hat die gesamte Nordland-Megaserie verändert.

Plötzlich fielen Dinge wieder aus der Planung heraus.

Andere blieben.

Manches wurde einfacher.

Und manches ganz bewusst kleiner.

Es geht für mich nicht darum, möglichst viel Ausrüstung mitzunehmen.

Es geht darum, genau das dabeizuhaben, was ich wirklich brauche.

Und genau deshalb besteht meine Stromversorgung heute aus mehreren einfachen Bausteinen.

Jeder einzelne davon lässt sich später austauschen oder an neue Gegebenheiten anpassen, ohne dass ich die gesamte Stromlogik neu aufbauen muss.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis der letzten Monate.

Die Nordland-Megaserie ist kein fertiger Plan.

Sie entwickelt sich ständig weiter.

Wenn sich Rahmenbedingungen ändern oder ich unterwegs feststelle, dass etwas besser gelöst werden kann, dann ändere ich es.

Nicht, weil der ursprüngliche Plan schlecht war.

Sondern weil genau das zu diesem Projekt dazugehört.

Rückblickend finde ich es eigentlich ganz spannend, dass alles mit einer einzigen Frage angefangen hat:

„Wie halte ich mein Bierchen kalt?“

Heute steckt dahinter eine komplette Stromlogik.

Und ich bin ziemlich sicher, dass sie sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln wird.

Genau das macht für mich den Reiz der Nordland-Megaserie aus.

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