Ein Freund und ich hatten diese Wanderung schon im letzten Jahr vor.
Damals haben wir sie leider nicht mehr geschafft.
Dieses Jahr haben wir sie dann endlich in Angriff genommen.
Der Brocken war für mich ein logisches Ziel. Ich war schon viel im Harz unterwegs, aber der höchste Berg in Niedersachsen fehlte mir noch.
Also stand irgendwann fest:
Da wollen wir hoch.
Ein kleines bisschen ging es natürlich auch darum, ihn zu bezwingen.
Nicht als große Heldengeschichte.
Sondern als langer Wandertag, als Training und als ehrlicher Test für die Nordland-Megaserie.
Warum der Brocken?
Der Brocken ist kein alpiner Berg, aber er ist auch kein kleiner Spaziergang.
Gerade von Ilsenburg aus zieht sich der Weg ordentlich. Länge, Steigung, Wetter und Tagesform kommen irgendwann zusammen.
Für mich war die Tour deshalb mehr als nur „mal eben auf den Brocken“.
Ich wollte wissen, wie die Ausrüstung funktioniert.
Und wie gut ich unterwegs auf meinen Körper höre.
Genau solche Erfahrungen sind für die Nordland-Megaserie wichtig.
Nicht die perfekte Tour auf dem Papier.
Sondern das, was unterwegs wirklich passiert.
Start in Ilsenburg
Der Start in Ilsenburg war nass.
Es regnete in Strömen, aber meine Patagonia-Regenjacke hat gut durchgehalten. Auch der Regenschutz vom Rucksack hat funktioniert.
Das war schon mal beruhigend.

Die ersten Kilometer waren noch angenehm.
Viel Wald.
Viel Schatten.
Eine moderate Steigung.
Teilweise lag der Anstieg bei maximal ungefähr sechs Prozent. Da hatte ich noch das Gefühl:
Das läuft.
Und genau das war vielleicht der erste kleine Fehler.
Der Weg fing ruhig an.
Aber er blieb nicht so.
Der lange Weg nach oben
Den weiteren Anstieg habe ich deutlich unterschätzt.
Später ging es immer wieder mit 6 bis 18 Prozent nach oben. Dazu kam die Sonne. Aus dem nassen Start wurde ein warmer und zunehmend anstrengender Tag.
Irgendwann merkte ich, dass die Kraft langsam weg war.
Etwa zwei Kilometer vor dem Gipfel wollte ich tatsächlich umdrehen. Nicht, weil ich keine Lust mehr hatte, sondern weil ich körperlich einfach ziemlich am Limit war.
Wir haben dann eine längere Pause gemacht.
Etwas essen.
Etwas trinken.
Kurz runterkommen.
Nach ungefähr 15 Minuten bin ich doch weitergegangen.
Langsam, mit vielen Pausen, aber irgendwann waren wir oben.
Auf dem Gipfel war viel los. Viele Touristen, viele Menschen, die mit der Bahn oder dem Bus hochgekommen waren, und natürlich auch viele Wanderer.
Wir haben etwas gegessen, getrunken, kurz ein Foto gemacht und sind dann auf der anderen Seite wieder runter.

Der Rückweg
Der Rückweg war fast anstrengender, als ich vorher gedacht hatte.
Nach dem Gipfel ging es auf der anderen Seite wieder hinunter. Ein Teil des Abstiegs führte über Asphalt, und genau das ging mit der Zeit spürbar auf die Gelenke.
Dazu kam die Hitze, die nach dem langen Aufstieg ihr Übriges tat.
Irgendwann war es kein lockeres Wandern mehr.
Der Körper war müde.
Die Beine wurden schwerer.
Und der Weg zog sich länger, als mir lieb war.
Am Ende ging es nur noch darum, ruhig weiterzugehen und wieder am Auto anzukommen.
Ich war wirklich froh, als wir wieder unten waren.
Was gut funktioniert hat
Trotzdem war nicht alles an diesem Tag schwierig.
Die Regenjacke hat den nassen Start gut mitgemacht. Der Regenschutz vom Rucksack war ebenfalls sinnvoll.
Auch die Pausenstrategie war grundsätzlich richtig.
Essen, trinken, kurz rausnehmen und nicht einfach stur weiterdrücken.
Das hat geholfen.
Was ich aber auch gemerkt habe:
Eine Pause rettet nicht automatisch eine zu harte Tour.
Sie hilft.
Aber sie ersetzt nicht die Entscheidung, rechtzeitig auf den eigenen Körper zu hören.
Was anstrengend war
Anstrengend war vor allem die Kombination aus allem.
Erst Regen.
Dann Sonne.
Dann Steigung.
Dann Wärme.
Dann Länge.
Jeder einzelne Punkt wäre für sich machbar gewesen.
Zusammen wurde es ein ziemlich harter Trainingstag.
Ich habe wieder gemerkt, dass ich eine Wanderung nicht nur nach Kilometern einschätzen darf.
Höhenmeter, Steigung, Untergrund, Wetter und Tagesform sind mindestens genauso wichtig.
Gerade der lange Rückweg hat mir gezeigt, wie schnell aus „das geht schon“ irgendwann „ich will jetzt nur noch ankommen“ werden kann.
Was ich für die Nordland-Megaserie mitnehme
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tour ist einfach, aber wichtig:
Mehr auf das Wetter hören.
Und mehr auf den eigenen Körper.
Im Nachhinein hätte ich wahrscheinlich umdrehen sollen.
Nicht, weil ich es nicht geschafft habe.
Sondern weil „geschafft“ nicht automatisch bedeutet, dass es die beste Entscheidung war.
Für die Nordland-Megaserie ist genau das wichtig.
Dort geht es nicht um eine einzelne Tour, die man irgendwie durchzieht.
Dort geht es um viele Tage, viele Wege und darum, langfristig gut unterwegs zu bleiben.
Wenn ich mich an einem Tag komplett leer laufe, fehlt mir die Kraft am nächsten Tag.
Umdrehen ist keine Niederlage.
Manchmal ist es einfach die vernünftigere Entscheidung.
Fazit
Am Ende war ich kaputt, fertig und trotzdem glücklich, oben gewesen zu sein.
Der Brocken war ein wichtiger Trainingstag.
Nicht perfekt geplant.
Nicht leicht.
Nicht besonders elegant.
Aber ehrlich.
Ich habe Ausrüstung getestet. Ich habe meine Grenzen gespürt. Und ich habe etwas gelernt, das für die Nordland-Megaserie wichtiger ist als jede Packliste:
Nicht jede Tour muss durchgezogen werden.
Bei so einem Wetter würde ich diese Strecke nicht nochmal genauso gehen.
Aber als Erfahrung war sie wertvoll.
Und genau dafür war dieser Tag gut.


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